29.12.2025 17:33
München (epd). Der langjährige Redakteur und Moderator des Radioeins-"Medienmagazins" beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), Jörg Wagner, beklagt eine inhaltliche Einflussnahme auf seine Arbeit unter der Intendantin Ulrike Demmer. Konkret nannte Wagner im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) einen Eingriff im Schnitt für den Podcast der Sendung. Wagner hatte nach fast dreißigjähriger Tätigkeit als freier Mitarbeiter für den RBB am Samstag zum letzten Mal das "Medienmagazin" moderiert.
Unter Demmers Vorgängerinnen Patricia Schlesinger, Katrin Vernau und Dagmar Reim sei das nicht vorgekommen, sagte Wagner. Da habe es "alle drei bis fünf Jahre mal einen Einspruch eines wichtigen Entscheiders" gegeben. "Aber das waren mehr Empfehlungen als wirkliche Versuche, Einfluss zu nehmen." Eine harte Auseinandersetzung gehöre dazu, aber nicht die Korrektur im Schnitt. Demmer steht seit September 2023 an der Spitze des RBB.
Ein RBB-Sprecher sagte dem epd, in der nachträglich geschnittenen Passage sei es nicht - wie ursprünglich in dem Zeitungsinterview behauptet - um den damaligen RBB-Chefredakteur David Biesinger gegangen: "Die Aussage von Herrn Wagner beruht auf einer Verwechslung." Er betonte zudem, Intendantin Demmer sei "an dem ganzen Vorgang gar nicht beteiligt" gewesen.
Zu seinem Ruhestand ab dem Jahreswechsel sagte Wagner: "Die Erfahrenen werden jetzt dafür bestraft, dass es in der Leitungsebene Mittelverschwendung gab und es hieß, der RBB sei blank, man brauche einen 'Befreiungsschlag'." Der RBB werfe die älteren freien Beschäftigten "wie Säcke aus einem Ballon, um wieder Fahrt aufzunehmen". "Dieses Gefühl, ein Sack zu sein, hat mich verletzt", so Wagner.
Weiterhin gebe es im RBB zu viele offene Probleme aus der Zeit der Intendantin Patricia Schlesinger, die kürzlich von der Berliner Generalstaatsanwaltschaft wegen des Vorwurfs der Untreue zum Nachteil des RBB angeklagt wurde. "Es gibt noch Menschen, die damals Verantwortung getragen haben und jetzt so tun, als hätten sie damit nichts zu tun, und sich wegducken", kritisierte der Medienjournalist.
Am 10. Januar 2026 wird erstmals die 37-jährige Teresa Sickert das RBB-Medienmagazin moderieren. Die gebürtige Brandenburgerin sei eine versierte Journalistin mit den Schwerpunkten Medien und Digitales, erklärte der Sender. Bei Radio Fritz vom RBB moderierte Sickert unter anderem das Internet- und Netzweltmagazin "Trackback", für Deutschlandfunk Kultur "Breitband - das Magazin für Medien und digitale Kultur".
kfr/rid
Zuerst veröffentlicht 29.12.2025 06:20 Letzte Änderung: 29.12.2025 18:33 (Der ursprüngliche zweite Absatz wurde entfernt, der dritte neu hinzugefügt. Die Änderungen stellen klar, dass es in der nachträglich geschnittenen Passage nicht um den damaligen RBB-Chefredakteur David Biesinger ging.)
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Personalien, NEU
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