ARD, ZDF und Deutschlandradio nahmen 2024 rund 10 Milliarden Euro ein - epd medien

08.01.2026 11:25

Die öffentlich-rechtlichen Sender nahmen 2024 knapp zehn Milliarden Euro ein. Die ARD verweist darauf, dass ihre Gesamteinnahmen wegen doppelter Buchungen etwas geringer sind als die Summe der Einnahmen ihrer neun Sender.

Die Maus, Bernd das Brot und die Biene Maja gehören zu den Sympathieträgern von ARD und ZDF

Frankfurt a.M. (epd). Die Gesamteinnahmen von ARD, ZDF und Deutschlandradio beliefen sich im Jahr 2024 auf knapp zehn Milliarden Euro. Nach einer Berechnung des Evangelischen Pressediensts aus den Jahresabschlüssen, die die öffentlich-rechtlichen Sender veröffentlicht haben, ergibt sich ein Gesamtbudget von 10,39 Milliarden Euro. Aus dieser Summe müssen jedoch nach Angaben der ARD Einnahmen herausgerechnet werden, die bei den ARD-Sendern doppelt verbucht werden. Daraus ergibt sich eine Summe von 9,97 Milliarden Euro. Das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem ist damit das umsatzstärkste der Welt.

Die neun ARD-Anstalten nahmen nach Angaben des Senderverbunds nach "bereinigter Rechnung" 7,15 Milliarden Euro ein. Das ZDF hatte 2,54 Milliarden Euro Einnahmen, Deutschlandradio 279 Millionen Euro. Aus den Jahresabschlüssen der ARD ergab sich eine Summe von 7,57 Milliarden Euro. Nach Angaben eines ARD-Sprechers müssen aus dieser Summe Ausgleichszahlungen unter den ARD-Anstalten wie für den ARD-Finanzausgleich und die Übernahme von Lizenzen und Produktionen herausgerechnet werden. Die Einnahmen der ARD-Sender stammten nach Angaben des Senderverbunds zu 84 Prozent aus dem Rundfunkbeitrag, hinzu kamen Werbung und Sponsoring und sonstige Erträge. Der Rundfunkbeitrag in Deutschland beträgt derzeit 18,36 Euro pro Monat.

Steigerung um 69 Prozent seit 1995

Das Gesamtbudget von ARD, ZDF und Deutschlandradio betrug im Jahr 1995 noch umgerechnet insgesamt 5,9 Milliarden Euro, 2017 waren es nach nicht "bereinigter Rechnung" 8,8 Milliarden. Von 1995 bis 2024 haben sich die Gesamteinnahmen von ARD, ZDF und Deutschlandradio somit um 4,1 Milliarden Euro erhöht, das entspricht einer Steigerung um 69 Prozent. Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust betrug in diesem Zeitraum rund 40 Prozent, was einer Preissteigerung von 68 Prozent entspricht.

Die Erträge der ARD-Anstalten verteilten sich 2024 laut den Geschäftsberichten im Einzelnen wie folgt: Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) steht mit Gesamteinnahmen von 1,671 Milliarden Euro an der Spitze vor dem Südwestrundfunk (SWR) mit 1,306 Milliarden, dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) mit 1,220 Milliarden und dem Bayerischen Rundfunk (BR) mit 1,205 Milliarden Euro. Es folgen der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mit 776 Millionen, der Hessische Rundfunk (HR) mit 593 Millionen und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit 540 Millionen Euro. Der Saarländische Rundfunk (SR) kam auf 138 Millionen Euro Einnahmen, Radio Bremen auf 121 Millionen Euro.

Einnahmen der BBC lagen bei 6,4 Milliarden Euro

Die Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland liegen seit 2022 stabil bei rund 10 Milliarden Euro Gesamteinnahmen pro Jahr. 2024 gingen die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag nach Angaben des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio leicht zurück.

Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz der britischen BBC lag im Jahr 2024 laut der Datenbank mediadb.eu bei 6,36 Milliarden Euro (5,55 Milliarden britische Pfund), die italienische Rundfunkanstalt RAI kam 2024 auf 2,60 Milliarden Euro. Die öffentlich-rechtliche Holding France Télévisions hatte Gesamteinnahmen von etwa 3,3 Milliarden Euro. Die RAI, die das gesamte öffentlich-rechtliche Fernsehangebot ihres Landes und zudem Radioprogramme veranstaltet, liegt also auf dem Einnahme-Niveau des ZDF (2,54 Milliarden Euro im Jahr 2024) mit seinen TV-Programmen ZDF, ZDFneo, ZDFinfo und seinen Beteiligungen an 3sat, Arte, Phoenix, Kika und dem Online-Angebot Funk.

ÖRR plant mit mehr als 10 Milliarden Euro

Dass die Gesamterträge des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks erst relativ spät bekannt werden, liegt daran, dass es recht lange dauert, bis die Anstalten ihre Jahresabschlüsse mit den verlässlichen Zahlen offiziell bekanntgeben. Dies geschieht in der Regel, nachdem die Aufsichtsgremien die Zahlen genehmigt haben. Beim Deutschlandradio erfolgte die Genehmigung des Jahresabschlusses 2024 erst in der Hörfunkratssitzung vom 4. Dezember 2025.

Die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender werden laut den von den jeweiligen Gremien genehmigten Haushaltsplänen in diesem Jahr über 10 Milliarden Euro liegen. Danach rechnen die ARD-Anstalten, das ZDF und Deutschlandradio mit Erträgen in Höhe von 10,63 Milliarden Euro. Die ARD-Zahlen sind in dieser Rechnung nicht bereinigt.

Zu unserer ursprünglichen Meldung erreichte uns folgende Stellungnahme der ARD. Wir haben einige Informationen der ARD im Artikel ergänzt.

infobox: Einige im Artikel aufgeführte Ableitungen sind aus Sicht der ARD nicht korrekt:
Der genannte Kaufkraftverlust von 40 Prozent für den Zeitraum 1995 bis 2024 kann nicht nachvollzogen werden. Das Statistische Bundesamt zeigt für den BIP-Deflator, der auch von der KEF für eine Fortschreibung herangezogen wird, einen Anstieg von 62 Prozent für diesen Zeitraum. Aus dem vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Verbraucherpreisindex ergibt sich eine Steigerung von 68 Prozent.
Die (bereinigten) Gesamterträge für die ARD haben sich im Zeitraum 1995 bis 2024 um 52,9 Prozent erhöht. Dieses Ergebnis liegt deutlich unter der Entwicklung der Preissteigerungsrate (BIP-Deflator), die sich im gleichen Zeitraum um besagte 62 Prozent erhöht hat.
Auch ein belastbarer Vergleich ab dem Jahr 2009 ergibt einen jährlichen Anstieg der Gesamterträge von durchschnittlich unter einem Prozent. Die durchschnittliche Preissteigerung (BIP-Deflator) liegt hingegen bei jährlich über zwei Prozent.

dra/dir



Zuerst veröffentlicht 08.01.2026 12:25 Letzte Änderung: 20.01.2026 12:29 (Der Artikel wurde nach Präzisierungen der ARD geändert und um eine Stellungnahme der ARD ergänzt. Zudem wurden die Angaben zur Inflation zwischen 1995 und 2024 erweitert. Die Einnahmen von France Télévisions wurden nach oben korrigiert, da mediadb.eu nur den öffentlichen Teil der Einnahmen ausweist.)

Schlagworte: Medien, Rundfunk, Finanzen, NEU

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