07.01.2026 12:14
Köln (epd). Bei RTL News stehen gravierende Veränderungen an. Von den 600 geplanten Stellenstreichungen bei RTL Deutschland entfallen 230 auf den News-Bereich, wie der Sender am Mittwoch in Köln mitteilte. Die übrigen 370 Stellen verteilten sich über das gesamte Unternehmen, sagte eine RTL-Sprecherin auf epd-Anfrage. Vom Abbau nicht direkt betroffen sind laut RTL der zur Mediengruppe gehörende Nachrichtensender NTV sowie die Bereiche "Stern", "Geo" und "Capital" .
Die Stellenkürzungen erfolgten in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat sowie "im konstruktiven und engen Dialog mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen". Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden, hieß es. Um ein freiwilliges Ausscheiden zu unterstützen, hatte RTL Abfindungen und Boni nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit angeboten.
"In einem herausfordernden Marktumfeld und angesichts eines sich rasant wandelnden Mediennutzungsverhaltens richtet RTL News seine Marken, Inhalte und Prozesse konsequent neu aus", erklärte der Sender. Ziel sei es, journalistische Qualität weiter zu stärken, redaktionelle Kräfte durch Digitalisierung und KI effektiver zu nutzen und die publizistische Schlagkraft in einer digitalen Welt zukunftsfähig auszubauen.
Konkret will RTL die VIP- und People-Themen in der Marke "Exclusiv" bündeln und ab 17. Januar sieben Tage die Woche laufen lassen. Eingestellt würden die Magazine "Gala" bei RTL und "Prominent" bei Vox sowie das Shortformat #VoxStimme.
Ab Frühjahr sollen RTL und NTV montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr ein gemeinsames Programm fahren. "In diesem Zuge gehen die Sendungen 'Punkt 6', 'Punkt 7' und 'Punkt 8' bei RTL im neuen Morgen mit NTV auf", hieß es. In der Primetime will sich RTL News künftig stärker auf investigative Inhalte mit den Sendungen "Team Wallraff" und "Stern investigativ" sowie "Extra" konzentrieren.
Zudem plant RTL zentrale, plattformübergreifende Newsrooms in Köln und Berlin. Auch soll es Inhalte-Desks mit dem Schwerpunkt auf VIP- und Magazin-Themen sowie der Steuerung der übergeordneten Zusammenarbeit bei "ntv.de", "stern.de" und "rtl.de" geben.
RTL hatte Anfang Dezember angekündigt, 600 Stellen zu streichen. Unter anderem will sich das Unternehmen mehr auf das Streaming-Geschäft konzentrieren. Ziel sei es, sich "zukunftssicher aufzustellen und auf den Wettbewerb mit den großen US-amerikanischen Streamingdiensten auszurichten", hieß es damals. Im Juni 2025 hatte die RTL Group mitgeteilt, dass sie Sky Deutschland übernehmen will. Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) stimmte bereits zu, die Prüfung der EU-Kommission ist noch nicht abgeschlossen.
Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann ist Mehrheitsaktionär der börsennotierten europäischen RTL Group, zu der auch RTL Deutschland gehört. Zu dem Unternehmen mit Sitz in Köln gehören 15 TV-Sender, diverse Magazine sowie zahlreiche Podcasts und Digitalangebote. Insgesamt beschäftigt RTL in Deutschland nach eigener Darstellung 7.500 Personen, davon 1.700 Journalisten und Journalistinnen.
cd
Zuerst veröffentlicht 07.01.2026 11:42 Letzte Änderung: 07.01.2026 13:14
Schlagworte: Medien, Unternehmen, NEU
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