14.01.2026 11:08
Der Konzern Hubert Burda Media hat seinen Vorstand weitestgehend neu besetzt: Neben Jan Wachtel, der seit Anfang des Jahres als CEO Burda Media für das gesamte Mediengeschäft verantwortlich ist, sind Maximilian Preisser, Lydia Rullkötter und Christian Teichmann neu im Vorstand. Preisser, bisher General Counsel, verantwortet unter anderem die Equity-Beteiligungen, die Burda unter anderem an HolidayCheck, Xing und Cyberport hält. Rullkötter, bislang Co-CEO von BurdaForward, folgt als Finanzvorstand auf Holger Eckstein, der spätestens Ende 2026 in den Ruhestand geht. Teichmann, der die Venture Capital Gesellschaft Burda Principal Investments (BPI) mitgründete und seitdem führt, verantwortet den neuen strategischen Schwerpunkt Venture & Networks. Für die Hubert Burda Media fällt die Neubesetzung unter das Stichwort Generationenwechsel: Anfang 2025 hatten Jacob Burda und Elisabeth Burda Furtwängler die Verantwortung von ihrem Vater Hubert Burda übernommen. Die Neuordnung des Vorstands koordinierte Verwaltungsratsvorsitzender Olaf Koch, der nun aus dem Unternehmen ausscheidet. Seinen Posten übernimmt Marc Al-Hames, der bisher den Vorstandsbereich Burda Equity führte. Der langjährige Burda-Vorstand Philipp Welte hatte das Unternehmen Ende 2025 verlassen.
Die TV-Moderatorin Julia Ruhs hat schreibt künftig für "Bild". Die Kolumne mit dem Titel "Meine Meinung" solle mindestens zweimal im Monat auf Bild.de erscheinen, teilte das Boulevardmedium mit. "Bild"-Chefredakteurin Marion Horn bezeichnete Ruhs als "eine analytisch scharfe Journalistin, die einen mutigen und unverstellten Blick auf die gesellschaftliche Lage hat". Die 1994 geborene Ruhs, die sich selbst als liberal-konservativ bezeichnet und bereits eine Kolumne auf "focus.de" hat, volontierte beim Bayerischen Rundfunk (BR), für den sie auch die Sendung "Klar" moderiert. Zunächst hatte Ruhs durch die von BR und NDR gemeinsam produzierten Pilot-Sendungen geführt. Der NDR will zwar das Format mit dem BR fortsetzen, lässt aber seine Ausgaben künftig von der früheren "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch moderieren.
Der Schauspieler Walter Schultheiß ist tot. Er starb am 22. Dezember 2025 im Alter von 101 Jahren in Wildberg bei Stuttgart, wie seine Familie dem SWR Anfang Januar bestätigte. Seine Schauspiel-Karriere startete der in Tübingen geborene Schultheiß nach Kriegsende. Zunächst spielte er in Stuttgart Theater, schaffte dann 1963 mit Werner Veidt und den "Straßenkehrer-Sketchen" im Radio des damaligen Süddeutschen Rundfunks den Durchbruch. Schultheiß wirkte in vielen Hörspielen, Fernsehfilmen und Serien mit, darunter "Schwäbische Geschichten", "Köberle kommt" und "Oh Gott, Herr Pfarrer". Schultheiß sei ein "Urgestein des Mundart-Schauspiels" gewesen, würdigte SWR-Intendant Kai Gniffke den Schauspieler. Im ARD-"Tatort" rund um die Fälle von Kommissar Ernst Bienzle mimte er den Hausmeister Rominger, "den Idealtyp des sympathisch-bruddeligen Schwaben", wie Gniffke sagte. Schultheiß spielte bis ins hohe Alter in Stuttgart Theater.
Ferenc Földesi leitet ab 1. Februar die taz-Genossenschaft. Er folgt auf Lana Wittig. Nach Angaben der taz bringt Földesi Erfahrungen aus leitenden Positionen in der strategischen Organisationsentwicklung, aus Veränderungsprozessen und dem Fundraising mit. Unter anderem war er für den Verein Oxfam Deutschland und zuletzt für die Bundesgeschäftsstelle der Grünen tätig. Die taz-Genossenschaft, in die Leserinnen und Leser, aber auch Unternehmen einzahlen, um die Unabhängigkeit der in Berlin erscheinenden "tageszeitung" (taz) zu sichern, hat nach Angaben des Verlags mehr als 25.000 Mitglieder. Im Herbst 2025 stellte die Zeitung ihr Erscheinen unter der Woche auf ein digitales e-Paper um. Weiterhin gedruckt erscheint die "Wochentaz".
Beim "Auslandsjournal" ddes ZDF steht ein Moderatorenwechsel an: Ab 14. Januar präsentieren die Journalistinnen Shakuntala Banerjee und Alica Jung das TV-Magazin. Sie lösen Antje Pieper ab, die laut ZDF über zehn Jahre die Sendung moderierte und seit Januar das ZDF-Studio in Rom leitet. Die 1973 geborene Banerjee verantwortet seit November 2024 die ZDF-Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen und ist als Moderatorin von ZDF-Wahlsendungen und "ZDF spezial"-Ausgaben bekannt. Davor berichtete sie vier Jahre aus dem ZDF-Europa-Studio in Brüssel. Jung moderiert seit vier Jahren "ZDFheute live" und ist als Reporterin für die ZDF-Hauptredaktion Aktuelles unterwegs. Unter anderem berichtete sie aus der Ukraine und Israel. Das "Auslandsjournal" startete im Oktober 1973.
Der Journalist, Autor und Regisseur Jan N. Lorenzen ist für die Dokumentation "Wir waren in der AfD - Aussteiger berichten" (ARD/MDR/BR/RBB) mit dem Medienpreis des Deutschen Bundestags ausgezeichnet worden. Die unabhängige Fachjury des Preises hob in ihrer Entscheidung die "herausragende journalistische Rechercheleistung" von Lorenzen hervor. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner betonte bei der Verleihung die Bedeutung des professionellen Parlamentsjournalismus: "Mehr denn je braucht unsere Demokratie genaue Beobachtung, sorgfältige Recherche und nachvollziehbare Einordnung." Der Medienpreis des Deutschen Bundestags ist mit 5.000 Euro dotiert. Er würdigt publizistische Arbeiten, die zu einer vertieften Beschäftigung mit Politik und Parlamentarismus beitragen.
Die Redaktion der "Jüdischen Allgemeinen" wird mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet. Der Verein "Werte-Initiative - jüdisch-deutsche Positionen" teilte mit, er würdige damit deren "kontinuierliche Arbeit als wichtige jüdische und öffentliche Stimme in Deutschland". Der Preis soll am 19. Mai in Berlin überreicht werden. Die "Jüdische Allgemeine" erscheint einmal wöchentlich als Printausgabe sowie online. Sie gilt als auflagenstärkstes Periodikum des deutschen Judentums und berichtet über Politik, Kultur, Religion und jüdisches Leben.
Nach heftiger Kritik an der Christmette an Heiligabend in der ARD haben die Verantwortlichen der Diözese Rottenburg-Stuttgart Fehler eingeräumt. Bischof Klaus Krämer und die Diözesanleitung teilten mit, eine Provokation oder eine Herabwürdigung von Glaubensinhalten sei nicht beabsichtigt gewesen. Gleichwohl sei klar geworden, dass die gewählte Darstellung bei vielen Menschen für Ärger, Irritation und Unverständnis gesorgt sowie religiöse Gefühle verletzt habe. In dem Fernseh-Gottesdienst aus der Stuttgarter Kirche St. Maria lag in der Krippe kein Baby, sondern ein Erwachsener in einer Hülle aus nassem Reispapier. Verantwortlich für die Konzeption war die Katholische Rundfunkarbeit der Kirche beim SWR. Die Liturgie war für das Fernsehformat freier gestaltet worden, als es die kirchlichen Regeln erlauben. Das sei nicht korrekt gewesen, erklärte die Bistumsleitung. Als Konsequenz würden bei künftigen Gottesdienstübertragungen die Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse verbessert.
Das ZDF verbreitet seine Podcasts künftig auch über das Streaming-Angebot von RTL+. Die Kooperation mit RTL fördere den wechselseitigen publizistischen Austausch zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern, teilte das ZDF mit. Zu den ZDF-Podcasts, die auch bei RTL+ zu finden sind, gehören "heute journal - der Podcast", "Lanz & Precht", "Aktenzeichen XY - Unvergessene Verbrechen" und "Terra X History" sowie ältere, nicht weiter produzierte Podcasts. Das ZDF erklärte, es verfolge als öffentlich-rechtlicher Sender das Ziel, seine Inhalte so leicht wie möglich auf verschiedenen Plattformen verfügbar zu machen. Kooperationen mit privaten Medienunternehmen förderten die Diversifikation der Inhalte, die möglichst viele Menschen erreichen sollen. Eine Kooperation mit der ARD-Audiothek ist laut ARD ebenfalls geplant. Dort sind bereits Podcasts und Livestreams der drei Deutschlandradio-Sender Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova abrufbar. Im Reformstaatsvertrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio, der am 1. Dezember 2025 in Kraft trat, sind die öffentlich-rechtlichen Sender aufgerufen, mit privaten Anbietern zusammenzuarbeiten.
Zum Deutschland-Start von HBO Max aus dem Hause Warner Bros. Discovery am 13. Januar gibt es gleich mehrere Partnersender. Ein Bundle bietet der Streamingdienst mit RTL+ an. Die Kunden in Deutschland und bald auch in Österreich können laut RTL+ entweder RTL+ Premium und HBO Max Basis mit Werbung für 11,99 Euro oder RTL+ Premium und HBO Max Standard für 17,99 Euro monatlich abonnieren. Im Paket seien die Tarife günstiger als bei einer Einzelbuchung, ebenfalls im ersten Monat nach Start, hieß es. Launch-Partner ist außerdem Waipu.tv. Die Senderplattform wirbt ebenfalls mit einem Preisvorteil gegenüber einer getrennten Buchung: Das Bundle HBO Max und Waipu.tv Perfect Plus ist ab 17,99 Euro im Monat erhältlich. Der Sender HBO wurde mit Produktionen wie "House of the Dragon", "The White Lotus" und den Serienklassikern "Game of Thrones", "Sex and the City" oder "Friends" bekannt.
Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt hat turnusmäßig den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten von der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) übernommen. Auf dem Jahrestreffen der Gruppe im Dezember 2025 in Erfurt übergab TLM-Direktor Jochen Fasco den Vorsitz an seinen Nachfolger Martin Heine. Die Amtszeit des Vorsitzes beträgt zwei Jahre. Danach geht der Staffelstab an die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM). Die Medienanstalt Sachsen-Anhalt, die TLM und die SLM wollen mit der Arbeitsgemeinschaft den Medienstandort Mitteldeutschland stärken, unter anderem durch gemeinsame Projekte.
Die "Sesamstraße"-Figuren Ernie und Bert werden zu Ampelmännchen. Vom 13. Januar an heißt es an Fußgängerampeln nahe der Hamburger NDR-Standorte: "Bei Bert bleibst du stehen, bei Ernie kannst du gehen." Ampeln am Hugh-Greene-Weg/Ecke Julius-Vosseler-Straße und an der Rothenbaumchaussee/Ecke Oberstraße würden entsprechend gestaltet, teilte der NDR mit. Der Sender produziert seit mehr als 50 Jahren die deutsche "Sesamstraße".
Die Bauer Media Group (BMG) übernimmt die französische Programmzeitschrift "Télé 7 Jours" und deren weitere Ausgaben "Télé 7 Jours Jeux" und "Télé 7 Jeux". Der Zukauf stelle eine strategisch bedeutende Ergänzung für Bauer Media France (BMF) dar, erklärte die BMG. Zu BMF gehören bereits die Titel "Télécâble Sat Hebdo", "Maxi" und "Maxi Cuisine". "Télé 7 Jours" sei ein "Maßstab für Qualität in der Medien- und Entertainment-Welt", sagte Ingo Klinge, President Publishing & CEO Publishing Germany. Die Akquisition unterstreiche die hohe Bedeutung, die Bauer Media dem Publishinggeschäft beimesse. "Télé 7 Jours" hat den Angaben zufolge eine verkaufte Auflage von 660.415 Exemplaren. Die BMG mit Hauptsitz in Hamburg ist ein Familienunternehmen, das mit mehr als 12.000 Mitarbeitenden Print- und Online-Publikationen, Audio-Entertainment sowie Außenwerbung anbietet.
red
Zuerst veröffentlicht 09.01.2026 08:57 Letzte Änderung: 14.01.2026 12:08
Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen, NEU
zur Startseite von epd medien