Hörspiel des Monats Januar ist "Lamyas Buch der Scharlatane" - epd medien

12.01.2026 15:05

Die HR-Produktion "Lamyas Buch der Scharlatane" ist Hörspiel des Monats Januar. Die Musikerin Mascha Qrella und die Schriftstellerin Olga Grjasnowa bilden in diesem Jahr die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Keyvisual zu "Lamyas Buch der Scharlatane" mit Rapperin Kauta (l.)

Bensheim (epd). Das erste Hörspiel des Monats im neuen Jahr ist "Lamyas Buch der Scharlatane". Die neue Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählte die achtteilige Young-Adult-Mystery-Serie des HR von Amal El Ommali und Andrea Geißler zum Hörspiel des Monats Januar, wie die Akademie am Montag mitteilte. Die Serie erzählt von den teils mystischen Erlebnissen der Jurastudentin Lamya, die einen Kurzurlaub in Marokko, der Heimat ihrer Vorfahren, unternimmt und versucht, der Krankheit ihrer Schwester auf die Spur zu kommen. Gastgebender Sender ist in diesem Jahr das Deutschlandradio.

Die Serie, bei der Leonhard Koppelmann und Andrea Geißler Regie führten, vereine einen tollen Soundtrack, eine ausgefeilte Dramaturgie und Regie und eine überzeugende schauspielerische Leistung, befand die Jury. Die Produktion verbinde mit viel Musik und der Stimme von Rapperin Kauta gekonnt nordafrikanische Legenden mit popkultureller und urbaner Realität, Geschichte mit Gegenwart und Trauer mit Hoffnung. So entstehe eine moderne Heldinnengeschichte über Selbstermächtigung, "Sisterhood" und Identität.

Jury hebt Mehrsprachigkeit hervor

Als besonders erwähnenswert hob die Jury die Mehrsprachigkeit des Hörstücks hervor. Kurze Passagen der Inszenierung würden in dem überwiegend in Marokko verbreiteten Berber-Dialekt Tamazight und Arabisch gesprochen. Dabei werde nicht alles akribisch übersetzt, sondern manches eher im Nebensatz in die Erzählung eingebaut - so wie im Leben der Protagonistinnen. "Das macht alles sehr authentisch", schrieb die Jury, die in diesem Jahr aus der Schriftstellerin Olga Grjasnowa und der Musikerin Masha Qrella besteht.

Grjasnowa stammt aus Aserbaidschan und verbrachte längere Zeit in Polen, Russland, der Türkei, den USA und Israel. Sie veröffentlichte bislang fünf Romane, zuletzt 2024 "Juli, August, September". Ihre Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt, fürs Radio und die Bühne adaptiert und verfilmt. Sie ist Professorin für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Die Berlinerin Qrella war Mitbegründerin der Instrumentalbands Mina und Contriva, bevor sie 2002 mit "Luck" ihre Solo-Karriere als Singer-Songwriterin begann. Zu ihren Veröffentlichungen gehören 2009 "Speak Low" mit Neuinterpretationen von Broadwayklassikern sowie 2021 "Woanders", eine genreübergreifende Produktion mit Texten von Thomas Brasch.

cd



Zuerst veröffentlicht 12.01.2026 16:05 Letzte Änderung: 13.01.2026 12:06

Schlagworte: Medien, Hörfunk, NEU

zur Startseite von epd medien