22.01.2026 05:02
Washington (epd). Ein US-Richter hat es der Ermittlungsbehörde FBI einstweilen untersagt, bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmte Laptops und andere Geräte der "Washington Post"-Reporterin Hannah Natanson auszuwerten. FBI-Beamte hatten Natansons Wohnung am 14. Januar in den frühen Morgenstunden durchsucht. Medienverbände reagierten empört. Nach Angaben der "Post" haben die Beamten Natanson informiert, dass sie nicht die Zielperson der Ermittlungen sei.
Richter William Porter habe am Mittwoch (Ortszeit) angeordnet, dass das FBI das beschlagnahmte Material aufbewahren muss, berichtete der Fernsehsender CNN. Allerdings dürfe die Behörde das Material bis zu einer weiteren Gerichtsentscheidung nicht sichten. Die nächste Anhörung solle am 6. Februar stattfinden.
Die "Post" hat die Rückgabe der Geräte gefordert. Alles andere würde "Zensur durch einen Durchsuchungsbefehl" normalisieren. Der Verband "Reporters Committee for Freedom of the Press" ist vor Gericht gezogen mit dem Antrag, den geheimen Text des Durchsuchungsbefehls offenzulegen.
FBI-Direktor Kash Patel hatte die Durchsuchung auf der Plattform X gerechtfertigt. Die Reporterin habe angeblich geheime Informationen von einem Vertragspartner der Regierung erhalten, darüber berichtet und "Amerikas nationale Sicherheit in Gefahr gebracht". Der Vertragspartner sei festgenommen worden.
Natanson hatte in der Zeitung intensiv über umfassende Entlassungen von Regierungsmitarbeitern unter Präsident Donald Trump berichtet. Die "Washington Post" gehört dem Amazon-Gründer Jeff Bezos.
Meldung aus dem epd-Basisdienst
ege
Zuerst veröffentlicht 22.01.2026 06:02 Letzte Änderung: 22.01.2026 09:24
Schlagworte: USA, Medien, NEU
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