März 2026 - epd medien

16.03.2026 14:35

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Personalien


Der Verwaltungsrat der Schweizer Rundfunkanstalt SRG SSR hat Roger Elsener zum neuen Direktor des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) gewählt. Das Gremium folgte damit dem Vorschlag des Regionalvorstands SRG Deutschschweiz einstimmig. Der bisherige CEO des Internet-TV-Anbieters Zattoo folgt am 1. Mai auf Nathalie Wappler, die das Unternehmen verlässt. Sie wird in Deutschland dem neuen Medienrat für ARD, ZDF und Deutschlandradio angehören. Des weiteren ernannte der SRG-Verwaltungsrat auf Antrag von Generaldirektorin Susanne Wille einstimmig Nicolas Pernet zum Direktor des neuen Bereichs Angebot und Moritz Stadler zum Direktor des neuen Bereichs Operationen. Beide werden wie auch Elsener der neuen Geschäftsleitung der SRG angehören.

Roland Mitterbauer, stellvertretender Chefredakteur und Head of Digital der "Augsburger Allgemeinen", verlässt das Medienhaus auf eigenen Wunsch im zweiten Halbjahr 2026, um sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen, wie die Mediengruppe Pressedruck mitteilte. Mitterbauer verantwortete den Angaben nach seit September 2023 innerhalb der Chefredaktion zentrale Aufgaben in der digitalen Weiterentwicklung der Redaktion. Der Chefredaktion gehört neben Andrea Kümpfbeck und Peter Müller künftig weiterhin Lena Jakat als Stellvertreterin an. Sie übernehmen die bisherigen Aufgaben Mitterbauers. Die "Augsburger Allgemeine" gehört zur Mediengruppe Pressedruck mit Sitz in Augsburg. Neben der "Augsburger Allgemeinen" erscheinen in dem Verlag auch die "Allgäuer Zeitung", die "Main-Post" sowie der "Südkurier".

Klassik Radio hat Stefan Ibelshäuser zum Programmdirektor ernannt. Der bisherige Vize übernehme damit "federführend die Verantwortung im Content-Team" für die Inhalte bei dem in Augsburg ansässigen Privatradiosender, hieß es in einer Mitteilung. Ulrich Kubak, CEO der Klassik Radio AG, lobte Ibelshäuser als "starke und kompetente Führungspersönlichkeit". Die strategische Personalentscheidung unterstreiche die Ambitionen von Klassik Radio, die Position als "führender Anbieter von qualitativ hochwertigem Audio-Content" weiter auszubauen.

Der frühere sächsische Regierungssprecher Michael Sagurna ist tot. Er starb am 23. Februar im Alter von 70 Jahren nach schwerer Krankheit in Dresden, wie seine Familie mitteilte. Sagurna war in den 1990er Jahren einer der wichtigsten Berater des damaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (1930-2021). Geboren wurde Sagurna am 27. September 1955 in Paderborn. Er studierte Kommunikationswissenschaft und Rechtswissenschaften in Göttingen und Bonn. Später arbeitete er als Journalist und war unter anderem als Reporter in Afghanistan tätig. Nach dem Rücktritt Biedenkopfs 2002 wurde Sagurna unter Nachfolger Georg Milbradt (CDU) Chef der sächsischen Staatskanzlei. Später war er Präsident des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM).

Kurzmeldungen


Der WDR-Rundfunkrat hat einen Dreistufentest zum MausRadio eingeleitet. Dieses Genehmigungsverfahren ist notwendig, weil der Sender für Grundschulkinder ab 2027 nicht mehr über den digitalen Radiostandard DABplus, sondern nur noch als Webstream verbreitet werden soll. Der WDR folgt damit der politischen Vorgabe aus dem Reformstaatsvertrag, weniger Radiosender terrestrisch zu verbreiten. Der Rundfunkrat prüft nun, ob das MausRadio als Webstream vom Auftrag des öffentlich‑rechtlichen Rundfunks umfasst ist. Um die Auswirkungen auf den Wettbewerb abzuschätzen, will das Gremium ein wissenschaftliches Marktgutachten in Auftrag geben. Außerdem berücksichtigt es bei seiner Prüfung externe Stellungnahmen etwa von Verbänden oder Privatpersonen. Diese können bis zum 30. April 2026 eingereicht werden.

Seit dem 9. März ist die neue Audio-App "ARD Sounds" verfügbar. Sie löst offiziell die ARD-Audiothek als gemeinsame Audio-Plattform aller ARD-Anstalten ab. Der neue Name und das neue Design stehen nach Angaben des Senderverbunds für ein "noch besseres Hörangebot mit optimaler Auffindbarkeit", nach dem Motto: "Der Playbutton für deinen Tag." Die App ist den Angaben zufolge für die Nutzung auf allen gängigen Endgeräten optimiert. Bereits jetzt sind Programme des Deutschlandradios Teil von ARD Sounds, in Kürze sollen auch Podcasts des ZDF - wie "Lanz & Precht" und "Terra X" - hinzukommen. Über die geplante Umbenennung der Audiothek in Sounds hatte der epd bereits im Juni 2025 berichtet, offiziell bestätigt wurde dies von der ARD im Dezember.

Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) hat die App "freii" zur bewussten Nutzung von Medien vorgestellt. Die App soll mittels eines 21-tägigen Programms aufklären, Impulse geben und wieder mehr "offline" verbrachte Zeit fördern, erklärten Entwickler und Beteiligte. Zudem gibt es einen Bereich für Eltern, durch den der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen führt. Die App richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren. Die Schülerinnen, Eltern und andere Erziehende sammelten dabei gemeinsam Punkte für die Klasse. Punkte gebe es, wenn Videos und Audios genutzt, Quizfragen richtig beantwortet und Tage abgeschlossen werden. Die kostenfreie App, die für Android- und Apple-Geräte verfügbar ist, wurde von der Villa Schöpflin - einem Zentrum für Suchtprävention in Lörrach - entwickelt.

Die SPD-Parteizeitung "Vorwärts" stellt die gedruckte Ausgabe ein: Eine "gedruckte Zeitung und ein statisches E-Paper sind nicht mehr das richtige Format, um die Leser*innen zeitgemäß zu informieren", schrieb SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf am 6. März bei "vorwaerts.de". Die SPD-Zeitung wolle sich im 150. Jahr ihres Bestehens neu aufstellen. Frühere "Nebenprodukte" wie der Newsletter, Podcasts oder Posts in sozialen Medien fänden wachsende Resonanz. Bis zur Feier des 150-jährigen Bestehens der Publikation beginne eine "grundlegende Umbauphase". Die Druckausgabe erschien zuletzt vier Mal im Jahr, zwei weitere Ausgaben erschienen nur als E-Paper Ausgaben. Laut Mediadaten hatte sie eine Gesamtauflage von 330.000 Exemplaren. Chefredakteurin ist seit 2013 Karin Nink.

Die Zeit Verlagsgruppe hat 2025 einen Umsatz von 309,7 Millionen Euro erzielt. Das waren nach Angaben des Unternehmens 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Haupttreiber des Umsatzes sei der weitere Ausbau des Digital-Abos der "Zeit" gewesen. Das Print-Abonnement der Wochenzeitung liege stabil bei gleichbleibend hohen Erlösen wie im Vorjahr. Angaben zum Ergebnis machte die Gruppe nicht.

RTL Deutschland feiert ab dem 23. März die "Woche der Vielfalt". Das Medienunternehmen teilte mit, es unterstreiche damit sein Engagement für gesellschaftlichen Zusammenhalt und stelle Vielfalt in allen ihren Dimensionen in den Fokus seiner Angebote. Unter dem Motto "Alles, was uns zusammenbringt", würdige RTL den Wert von Gemeinschaft und Zusammenhalt. Zu den Beiträgen, die RTL in der Woche sendet, gehört ein Besuch bei Ryyan Alshebl, der im Jahr 2015 als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam und 2023 Bürgermeister von Ostheim wurde. In der Wochenserie "Eine Chance für die Bildung" bei "Punkt 12" rückt RTL die Kraft von Bildung als Schlüssel zu Chancengleichheit in den Fokus. Mit Posts in den Social-Media-Kanälen von RTL soll die Themenwoche ergänzt werden.

Der RBB will ab Ende Mai die getrennte Berichterstattung aus den beiden Bundesländern ausweiten. Geplant sei, das Fernsehprogramm dann auch wochentags um 21.45 Uhr für jeweils halbstündige Sendungen regional für Berlin und Brandenburg auseinanderzuschalten, teilte der Sender mit. Bisher wird das TV-Programm um 19.30 Uhr für die Berliner "Abendschau" und "Brandenburg aktuell" für eine halbe Stunde auseinandergeschaltet. Der seit 2024 geltende RBB-Staatsvertrag gibt eine Verdopplung der getrennten Sendezeit auf 60 Minuten vor. Intendantin Ulrike Demmer erklärte, im RBB werde es künftig wochentags neben den Nachrichten dreieinhalb Stunden Live-Fernsehen mit Berichten über und aus dem Sendegebiet geben, davon jeweils eine Stunde exklusiv für Brandenburg und Berlin. Die geplanten Sendungen im Spätprogramm sollen auf den jeweiligen Hauptausgaben von "Abendschau" und "Brandenburg aktuell" aufbauen.

Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat nach neun Jahren Förderung einen umfangreichen Antrag von ProQuote Medien zur Beobachtung und Analyse des Geschlechterverhältnisses in Leitmedien in Deutschland abgelehnt. Damit fehlten dem Verein 600.000 Euro für die nächsten drei Jahre, erklärte ProQuote Medien. Ohne diese Förderung könne die Erhebung des Frauenmachtanteils der deutschen Leitmedien nicht fortgeführt werden. "Die Dringlichkeit, weibliche Perspektiven in unserer Demokratie zu stärken, scheint an dieser Stelle nicht mehr zu bestehen", sagte Vorstandsmitglied Katharina Preuth. Das Ministerium bestätigte dem epd die Ablehnung der Förderung. "Der Antrag von ProQuote Medien zur 'Erhöhung des Frauenmachtanteils in den Medien' wurde im Rahmen des regulären Prüfungsverfahrens sorgfältig bewertet und aus fachlichen Gründen abschlägig beschieden", teilte die Behörde mit.

Die Landesanstalt für Medien NRW ruft Eltern dazu auf, die Aktivitäten ihrer Kinder auf der Messenger-Plattform WhatsApp im Blick zu behalten. Kinder und Jugendliche überblickten die Risiken von öffentlichen Kanälen dort nicht vollends, ergibt eine Analyse der Medienaufsichtsbehörde Auf WhatsApp können neben privaten Chats auch Kanäle betrieben werden, auf denen Admins Inhalte öffentlich teilen. Diese seien besonders beliebt bei jüngeren Kindern und Jugendlichen, deren Eltern ihnen andere soziale Medien verbieten. Viele Eltern kennten die Kanalfunktion gar nicht oder wüssten nicht, wie sie genau genutzt würde. Die Medienanstalt hat nach eigenen Angaben 100 WhatsApp-Kanäle minderjähriger Admins analysiert und 12 qualitative Interviews mit Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren geführt. Darin sei eine "teilweise ausgeprägte Naivität" deutlich geworden, mit der persönliche und teils intime Informationen geteilt würden, hieß es.

Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder (DSK) fordert, auf Chatkontrollen vollständig und endgültig zu verzichten. Die DSK appelliere an die EU und alle Beteiligten, von der Massenüberwachung privater Chats, dem flächendeckenden Scannen privater Nachrichten und einem Durchbrechen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ohne Ausnahme abzusehen, teilte sie in Stuttgart mit. Im November hatte die damalige dänische EU-Ratspräsidentschaft ihren Vorschlag für eine Gesetzgebung zurückgezogen. An einer entsprechenden Initiative der EU-Kommission aus dem Jahr 2022 gibt es seit Jahren viel Kritik, auch von Journalistenorganisationen. Bisher gelang es keiner EU-Ratspräsidentschaft, einen Kompromiss zu finden, dem genügend Mitgliedstaaten zustimmen. Auch das EU-Parlament steht einer Chatkontrolle kritisch gegenüber.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat ein neues digitales Bildungsangebot zur Prävention von islamistischer Radikalisierung und Desinformation gestartet. In dem Videospiel mit dem Titel "Wer ist Bilal?" begleiten die Nutzer einen jungen Protagonisten, der zunehmend mit Manipulation, Gruppendruck und extremistischen Ansichten konfrontiert wird. Durch eigene Entscheidungen könnten sie nachvollziehen, wie Radikalisierungsprozesse entstehen und welche Rolle soziale Medien dabei spielen. Zugleich sollen sie lernen, wie sie sich gegen extremistische Ideologien wappnen können.

Das Caricatura-Museum in Frankfurt am Main präsentiert seit dem 6. März Cartoons und Gedichte zur Krise der Demokratie. Die Ausstellung zeige Perspektiven auf, auf die man selbst nicht gekommen wäre, sagte die Geschäftsführerin des "Kulturfonds Frankfurt RheinMain", Susanne Völker. "Eine Gesellschaft, die über sich lachen kann, ist eine Gesellschaft in Freiheit." Zu sehen sind 37 Drucke von Zeichnungen und Gemälden der Karikaturisten-Duos Greser& Lenz und Hauck& Bauer sowie von Katharina Greve, außerdem Gedichte von Thomas Gsella. Die Ausstellung ist bis 7. Juni geöffnet.

Preise


Andreas Rinke, Chefkorrespondent der Nachrichtenagentur Reuters, erhält in diesem Jahr den Preis der Bundespressekonferenz (BPK). "Er zählt seit Jahren zu den unermüdlichen Antreibern in den Pressekonferenzen der BPK", erklärte der Verein. "Immer wieder bleibt er mit journalistischer Beharrlichkeit den Hintergründen und Zusammenhängen der Regierungsgeschäfte auf der Spur und weiß diese auf eine professionelle Ebene zu bringen." Rinke ist den Angaben zufolge seit 15 Jahren Chefkorrespondent bei Reuters. Zuvor arbeitete er als Berliner Korrespondent des "Handelsblatts". Rinke vereine "ein vorbildliches journalistisches Ethos, eine faktenbasierte Recherche sowie eine Haltung, die Welt und die Politik zu erklären - ohne sie zu verurteilen oder vorschnell zu beurteilen", erklärte die BPK. Der undotierte Preis wird am 17. April in Berlin verliehen. Im Verein der Bundespressekonferenz sind gut 900 Journalistinnen und Journalisten organisiert, die über Bundespolitik berichten. Der Verein veranstaltet Pressekonferenzen.

Der Journalist Dietmar Dath erhält den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2026. Daths Texte über Film, Popkultur, Science Fiction, soziologische oder naturwissenschaftliche Themen erschlössen auch schwierigste Werke auf hohem sprachlichen Niveau, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit. Dath, 1970 in Rheinfelden geboren, ist seit 2001 Feuilleton-Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und schreibt zudem Theaterstücke, Hörspiele, Sachbücher und Romane. Die Jury lobte: "Seine Texte zeichnen sich durch ihre gewitzte, durchkomponierte und wohltuend eigensinnige Sprachgestaltung aus." Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am 19. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Das Fachmagazin "Börsenblatt" stiftete 1977 den Alfred-Kerr-Preis. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867-1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Das Fachmagazin verleiht den Preis gemeinsam mit der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

red



Zuerst veröffentlicht 06.03.2026 08:55 Letzte Änderung: 17.03.2026 08:55

Schlagworte: Medien, Personalien, Preise, Kurzmeldungen, NEU

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