Norbert Himmler bleibt ZDF-Intendant - epd medien

13.03.2026 10:18

Der alte ZDF-Intendant ist auch der neue: Norbert Himmler ist vom ZDF-Fernsehrat wiedergewählt worden. Es gab keine Gegenkandidaten.

ZDF-Intendant Norbert Himmler im April 2025 bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig

Mainz (epd). Mit großer Mehrheit hat der ZDF-Fernsehrat am Freitag Intendant Norbert Himmler für eine weitere fünfjährige Amtszeit gewählt. Der 55-Jährige erhielt bei einer Sitzung im Mainzer Sendezentrum 48 von 53 abgegebenen Stimmen. Er war der einzige Kandidat. Eine ebenfalls zur Wahl zugelassene Herausforderin hatte ihre Kandidatur in der vergangenen Woche wieder zurückgezogen. Himmlers zweite Amtszeit beginnt im März 2027.

Kritik am Fehlen einer echten Auswahl wies die Fernsehratsvorsitzende Gerda Hasselfeldt (CSU) im Anschluss an die Sitzung zurück. Es habe sich um ein ganz normales, demokratisches Wahlverfahren gehandelt, sagte die frühere CSU-Bundesministerin.

"Mediale Zeitenwende"

In einer Präsentation für die Fernsehratsmitglieder hatte er vor der Abstimmung von einer "medialen Zeitenwende" gesprochen, in der sich die Bundesrepublik befinde: "Es wird immer schwieriger, Quellen zu finden, denen man noch vertrauen kann", sagte er. Als seine Hauptaufgabe sehe er, die Akzeptanz für den gebührenfinanzierten Sender zu bewahren. Dazu soll es künftig mehr Sendungen und Veranstaltungen geben, die "außerhalb der großen Medienstandorte" entstehen. Außerdem kündigte er mehr Angebote für Kinder und junge Erwachsene an.

Die Stelle des Intendanten war im Januar öffentlich ausgeschrieben worden. Das Wahlverfahren sieht vor, dass nur Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl zugelassen werden, die von mindestens einem Mitglied des Fernsehrats vorgeschlagen werden.

DJV fordert mehr Zusammenarbeit von ARD und ZDF

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) würdigte den alten und neuen ZDF-Chef nach dessen Wiederwahl als entscheidenden Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Senders. Himmler stehe für einen "qualitativ hochwertigen, unabhängigen und modernen öffentlich-rechtlichen Rundfunk".

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Mika Beuster, rief nach der Wiederwahl Himmlers zu stärkerer Zusammenarbeit zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern auf. Die manchmal sehr drastischen Reaktionen auf Fehler bei ZDF und ARD machten deutlich, dass die Sender "im Feuer von rechtsaußen" stünden. Dagegen helfe Transparenz bei der Fehleranalyse und "Zusammenhalt gegen die Gegner des unabhängigen Journalismus".

Änderungen bei Telemedienangeboten

Der Fernsehrat leitete in seiner Sitzung außerdem ein Genehmigungsverfahren für die Änderung der Telemedienangebote des ZDF, von 3sat und Phoenix ein. Danach sollen bei in der ZDF-Mediathek weitere Bildungsangebote dazukommen, insbesondere zur Förderung von Medienkompetenz. Außerdem soll die Interaktion mit Nutzern auf Plattformen des ZDF ermöglicht werden und die Präsenz auf Drittplattformen soll verstärkt werden. Geplant sind auch Partnerschaften mit Einrichtungen aus Wissenschaft, Kultur und Bildung sowie mit privaten Medienunternehmen.

Im sogenannten Drei-Stufen-Test haben Dritte bis zum 8. Mai die Möglichkeit, zu den geplanten Änderungen Stellung zu nehmen.

lmw/dir



Zuerst veröffentlicht 13.03.2026 11:18 Letzte Änderung: 13.03.2026 15:58

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Personalien, ZDF, Himmler, lwd, NEU

zur Startseite von epd medien