14.03.2026 06:52
Frankfurt a.M. (epd). "Tatort"-Schauspieler Edin Hasanovic ist davon genervt, wenn hervorgehoben wird, dass er und Melika Foroutan das erste Ermittler-Duo in der ARD-Serie spielen, in dem beide Kommissare einen Migrationshintergrund haben. "Ich dachte, dass wir eigentlich schon längst weiter sind", sagte Hasanovic der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag).
Der 33-Jährige, der den Kommissar Hamza Kulina verkörpert, berichtete: "Wir hatten einmal einen Pressetag, da ging es ständig darum. Und ich fragte mich: Was ist daran so spannend, dass wir nicht in Deutschland geboren sind?" Er fühle sich dann, als ob man ihn zu einem Alien machen wolle.
Das Frankfurter Ermittler-Duo Maryam Azadi und Hamza Kulina feierte im vergangenen Oktober Bildschirm-Premiere. Die erste "Tatort"-Folge des HR mit dem Team wurde kürzlich mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Am 22. März läuft die dritte Folge ("Fackel") im Ersten.
"Ich hätte meiner 'Tatort'-Figur auch einen anderen Namen geben können wie Sebastian Schmitzger", sagte Hasanovic. Aber er wolle sich mit ihr auch zeigen: "Guckt mal, das ist der Hamza, der redet ohne Akzent. Und der ist gar nicht so kriminell, wie manche Medien oder manche Partei es einem immer wieder reindrücken wollen. Der ist sogar Moslem und betet. Aber das macht nichts. Und auch, dass er keinen Alkohol trinkt und kein Schwein isst, macht nichts. Ihr müsst keine Angst haben."
Dass der "Tatort" mit dem neuen HR-Team bei Publikum und Kritik so gut ankommt, habe er nicht erwartet, sagte Hasanovic. Stattdessen habe er Druck gespürt, denn Millionen Menschen schauten den "Tatort": "Da hat man eine große Verantwortung. Und dann spiele ich auch noch einen Bosnier, eine Figur, bei der es immer wieder auch Parallelen zu meiner eigenen Geschichte gibt."
Edin Hasanovic wurde 1992 in Zvornik in Bosnien geboren. Er wuchs in Berlin auf und begann seine Schauspielkarriere schon während der Schulzeit. Für die Darstellung des Hip-Hop-Produzenten Jinn in der Netflix-Serie "Skylines" erhielt er bereits 2020 einen Grimme-Preis.
kfr/rid
Zuerst veröffentlicht 14.03.2026 07:52 Letzte Änderung: 16.03.2026 12:28
Schlagworte: Medien, Fernsehen, Leute, NEU
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