EU-Kommission: Unter 13-Jährige sollen soziale Medien nicht nutzen - epd medien

17.09.2026 10:31

Wie angekündigt will die EU-Kommission Kinder im Internet besser schützen. Der am Donnerstag offiziell vorgestellte Gesetzesvorschlag sieht ein Mindestalter von 15 Jahren für eigene Social-Media-Konten vor. Unter 13-Jährige sollen soziale Medien nicht nutzen dürfen.

Sitz der EU-Kommission in Brüssel

Straßburg (epd). Die EU-Kommission will den Zugang zu sozialen Medien für Kinder deutlich beschränken. "Keine sozialen Medien unter 13 Jahren. Kein eigenes persönliches Konto unter 15 Jahren", erläuterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den entsprechenden Gesetzesvorschlag am Donnerstag in Straßburg. Sie hatte die Grundzüge des Entwurfs bereits am Mittwoch vorgestellt.

Es gebe zahlreiche Belege dafür, wie schädlich soziale Medien seien: "Schlafmangel, Depressionen, Angstzustände, Selbstverletzung, Suchtverhalten und - tragischerweise - Selbstmord", erklärte von der Leyen. "92 Prozent der Europäer sind der Meinung, dass wir den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet verstärken sollten." Es sei daher an der Zeit, als EU zu handeln.

Plattformen müssen Alter prüfen

Konkret sieht der Vorschlag der Kommission Folgendes vor: Für Kinder unter drei Jahren sollen Bildschirme grundsätzlich tabu sein. Kinder unter 13 Jahren sollen soziale Medien nicht nutzen dürfen. Der Zugriff auf kindgerechte Videoplattformen über Elternkonten ist gestattet, aber auf maximal eine Stunde am Tag begrenzt. Für 13- und 14-Jährige sollen soziale Medien dann über von Eltern oder Erziehungsberechtigten eingerichtete und überwachte Konten zugänglich sein. Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche eigene Social-Media-Konten eröffnen.

Online-Dienste und App-Stores müssen künftig das Alter prüfen. Dafür können sie beispielsweise auf die geplante EU-App zur Altersverifizierung zurückgreifen. Die Plattform erhält dabei lediglich die Information, ob die Person alt genug ist, um auf den jeweiligen Dienst zuzugreifen.

Bei Minderjährigen gelten für die Plattformen außerdem besondere Sicherheitsvorgaben. Plattformen sollen unter anderem auf suchtförderndes Design und bestimmte personalisierte Empfehlungsfeeds verzichten, die auf Profiling basieren und Jugendliche schädlichen Inhalten aussetzen können. Auch endloses Scrollen, bestimmte Belohnungsmechanismen und Push-Benachrichtigungen während der Schlafenszeit sollen verboten werden.

Verbot von Livestreams

Für Minderjährige sollen Profile standardmäßig privat sein und Geolokalisierung sowie der Zugriff auf Kamera und Mikrofon deaktiviert werden. So dürfen sie etwa keine Livestreams starten. Auch die unerwünschte Kontaktaufnahme durch Fremde soll verhindert werden.

Der Vorstoß der Kommission geht über die im Juli veröffentlichten Empfehlungen einer EU-Expertengruppe teils deutlich hinaus. Von der Leyen hatte den sogenannten EU Kids Act bereits am Mittwoch bei ihrer Rede zur Lage der Union angekündigt. Bundesbildungs- und -familienministerin Karin Prien (CDU) sowie ihre für Justiz und Verbraucherschutz zuständige Amtskollegin Stefanie Hubig (SPD) hatten die Ankündigung begrüßt.

Der Gesetzesvorschlag muss nun vom Europäischen Parlament und den Mitgliedsstaaten beraten und verabschiedet werden. Er geht über die im Juli veröffentlichten Empfehlungen einer EU-Expertengruppe teils deutlich hinaus.

mab



Zuerst veröffentlicht 17.09.2026 10:48 Letzte Änderung: 17.09.2026 12:31

Schlagworte: EU, Medien, Internet, NEU

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