Weitere 500 Stellen fallen bei RTL bis Ende 2027 weg - epd medien

17.09.2026 13:29

Erst kürzlich hatte RTL Deutschland den Kauf von Sky abgeschlossen, nun folgt ein weiterer Stellenabbau beim Kölner Konzern: Rund 500 Stellen fallen weg, die meisten davon noch in diesem Jahr.

Hauptsitz von RTL in Köln

Köln (epd). Gut drei Monate nach dem Kauf von Sky Deutschland durch den Medienkonzern RTL sollen bis Ende 2027 rund 500 Stellen bei Sky und RTL abgebaut werden. "Der überwiegende Teil davon bereits in 2026", wie eine Sprecherin von RTL Deutschland am Donnerstag in Köln dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Nachfrage bestätigte. Zuvor hatten "DWDL" und die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

"RTL Deutschland und Sky wachsen zum führenden Medienunternehmen im deutschsprachigen Raum zusammen", hieß es weiter. Mit dem Zusammenschluss sollen jährliche Synergien in Höhe von 250 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren erzielt werden. "Der größte Teil davon entsteht durch die Optimierung der Inhalte- und Sachkosten. Darüber hinaus werden Doppelstrukturen abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und effizientere und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse geschaffen."

Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden

Erst Ende 2025 hatte RTL mitgeteilt, dass im Zuge einer Neuausrichtung 600 Stellen abgebaut werden. Das Medienunternehmen werde sich stärker auf das Streaming-Geschäft konzentrieren. Der erneute Stellenabbau erfolge "sozialverträglich, in enger Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten und auch indem auslaufende Verträge nicht verlängert und offene Stellen nicht nachbesetzt werden", hieß es nun. "Betriebsbedingte Kündigungen sollen so vermieden werden."

Zum 1. Juni bestätigte die RTL Group den Abschluss der Transaktion zum Erwerb von Sky Deutschland. In diesem Rahmen übernahm die RTL Group die Sky-Geschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vollständig, einschließlich der Kundenbeziehungen in Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol.

Die RTL Group hatte vor dem Kauf bereits Beteiligungen an 52 Fernsehsendern, 6 Streaming-Diensten und 40 Radiostationen. In Deutschland gehören neben dem Stammsender RTL unter anderem Super RTL, Vox und der Nachrichtensender NTV zur Gruppe. Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann ist Mehrheitsaktionär der börsennotierten RTL Group.

Gewerkschaften kritisieren erneuten Abbau

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnte angesichts des neuen Stellenabbaus vor massiven Auswirkungen auf das journalistische Angebot. "Spätestens jetzt bekommt die Fusion von RTL und Sky ein Preisschild: Die Sender-Chefs nennen das Synergien. Für die Beschäftigten sind es verlorene Arbeitsplätze und für den Journalismus ein massiver Kompetenzverlust", erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Wer Redaktionen derart ausdünnt, dürfe sich nicht wundern, wenn Qualität und Vielfalt auf der Strecke bleiben.

Christoph Schmitz-Dethlefsen, für Medien zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand, erklärte, es zeige sich wieder einmal, dass angebliche Stärkungen der zusammengeführten Marken und Geschäftsfelder sowie gegenüber Kartellbehörde und Kommunen ausgesprochene Standortgarantien kaum Bedeutung für die Beschäftigten hätten. "Die über tausend bei RTL und Sky binnen eines Jahres gekündigten Medienschaffenden sind die Verliererinnen und Verlierer des Mergers, der Bertelsmann-Konzern steigert seine Rendite, für Medienkonsumentinnen und Medienkonsumenten sind keine vielfältigeren Angebote nach der Fusion erkennbar."

ema/nbl



Zuerst veröffentlicht 17.09.2026 15:29 Letzte Änderung: 18.09.2026 10:49

Schlagworte: Medien, Fernsehen, Unternehmen, NEU

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