17.09.2026 14:45
Stuttgart (epd). Der Rundfunkrat des Südwestrundfunks (SWR) ist am Donnerstag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Damit habe das Gremium seine fünfjährige Amtszeit 2026-2031 offiziell begonnen, teilte die Gremiengeschäftsstelle am Donnerstag in Stuttgart mit. In der Sitzung habe der Rundfunkrat René Nohr zum Vorsitzenden sowie Sarina Pfründer zur ersten stellvertretenden Vorsitzenden und Susanne Ganster zur zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Nohr ist Leiter und Geschäftsführer der Volkshochschule und Musikschule in Bingen. Er vertritt im Rundfunkrat die Weiterbildungsorganisationen in Rheinland-Pfalz. Sarina Pfründer ist Bürgermeisterin der Stadt Lauffen am Necker. Sie wurde vom Gemeindetag Baden-Württemberg entsandt. Susanne Ganster ist Landrätin in der Südwestpfalz und vertritt den Landkreistag Rheinland-Pfalz. Die CDU-Politikerin war von 2011 bis 2017 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags.
Nohr sagte, der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe vor großen Herausforderungen. Umso wichtiger seien starke, unabhängige und vielfältig besetzte Gremien.
Der neu zusammengesetzte Rundfunkrat nimmt seine Arbeit auf Grundlage des novellierten SWR-Staatsvertrags auf, der am 1. September 2025 in Kraft getreten ist. Die Zusammensetzung des Rundfunkrates sei im Hinblick auf die entsendeberechtigten Organisationen durch den Gesetzgeber an die gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst worden, teilte der SWR Rundfunkrat mit. Neu hinzugekommen sind unter anderem drei Vertreterinnen und Vertreter der jungen Generation im Alter von 18 bis 29 Jahren. Ferner seien weitere gesellschaftliche Gruppen neu berücksichtigt worden, beispielsweise entsenden die Lesben- und Schwulenverbände und die Digitalwirtschaft nun jeweils ein Mitglied.
Mit der Strukturreform geht auch eine Verkleinerung des Gremiums einher: So besteht der Rundfunkrat des SWR statt wie bisher aus 74 Mitgliedern künftig aus insgesamt 57 Mitgliedern: 33 Mitglieder aus Baden-Württemberg und 17 Mitglieder aus Rheinland-Pfalz sowie sieben weitere Mitglieder, die aus Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz entsandt werden.
Zum Start der siebten Amtsperiode hat der Rundfunkrat aktuell 52 Mitglieder. Hintergrund ist zum, dass der Landtag von Baden-Württemberg weniger Mitglieder benannt hat als staatsvertraglich vorgesehen. Zwei AfD-Abgeordnete erhielten im baden-württembergischen Landtag nicht die erforderliche Mehrheit. Außerdem sind noch drei Sitze von verschiedenen Entsendeorganisationen vakant.
Der SWR-Rundfunkrat ist damit nicht mehr das größte Aufsichtsgremium im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das ist nun der aus 60 Personen bestehende ZDF-Fernsehrat. In der ARD hat der NDR-Rundfunkrat 58 Mitglieder.
ema/dir
Zuerst veröffentlicht 17.09.2026 16:45 Letzte Änderung: 17.09.2026 17:49
Schlagworte: Medien, Rundfunk, Aufsicht, Gremien, Personalien, ema, Roether, NEU
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